Montag, 5. Oktober 2015

Kinderschwimmen - erste "Schritte"

Manchmal werde ich nach "Methoden zur Wassergewöhnung" bei ängstlichen Kindergartenkindern angefragt ...
Zuerst einmal bitte ich alle Erwachsenen um Verständnis, wenn nicht jedes Kind gern in die Badewanne steigt und es keine Freude in der Begegnung mit dem Element Wasser zeigt. Wir sind alle Individuen!
Ich kann bis heute z.B. nicht richtig Skifahren und habe sogar Angst vor schnellen Abfahrten; die Schnelligkeit der Bewegung beunruhigt mich.




So sind Kinder, die bespritzt werden, nicht immer glücklich; besonders wenn Mama oder Papa sich auch wegdrehen und keine Wassertropfen ins Gesicht bekommen möchten.
Bitte lassen Sie jedem Kind so viel Zeit, wie es benötigt, um sich mit diesem Wasser-Element anfreunden zu können. Manche Kinder wollen nur aus sicherer Entfernung heraus beobachten, beginnen dann vorsichtig ins Wasser zu platschen ohne sich selbst anzuspritzen. Diese Kinder brauchen Zeit und auch eigene Erfahrungen = in die Badewanne etwas mehr Wasser füllen, ihnen ein bekanntes Spielzeug (aus dem Buddelkasten) oder ein besonderes Trinkröhrchen, einen Waschlappen, einen Trinkbecher mit ins Wasser geben ... dann beginnen auch diese Kinder mit ihrem "eigenen Spiel" in eigenem Rhythmus.
In den Badeferien am Meer kann man gemeinsam den Strand und das Meer erforschen - vielleicht wird dann auch schon eine erste Schwimmbrille gekauft, mit der man unter Wasser tauchen kann ... auf jeden Fall können tolle Sandburgen gemeinsam gebaut werden und erste Schritte ins Wasser unternommen werden.
Kinder erlernen auch schnell neue Bewegungen durch "Nachahmen" = also tauchen die Eltern ihr Gesicht ins Wasser und schauen ihr Kind danach freudig an oder schütteln sich auch; man spielt gemeinsam eine "Wasserfahrt auf der Luftmatratze" und kippt dann ins Wasser ... es gibt viele Spiele, in denen die Kinder ihre Angst vergessen (wir ahmen z.B. Tiere aus dem Zoo nach; ein Tiger, der mutig ins Wasser springt; ein Rössli, das schnell umher galoppiert).
Mein Wunsch an alle Eltern:
Seien Sie geduldig und lassen Sie den Kindern Zeit! 
Bitte nicht schimpfen und das Kind drängen: "Die anderen Kinder in deinem Alter können dies schon ...". 
Meine Tochter konnte mit 3 Jahren schon schwimmen, mein Sohn dagegen hat erst ganz kurz vor Schuleintritt das Schwimmen erlernt - alles ist möglich.